Manchmal legt uns das Leben Situationen vor die Füße, die wir nicht haben wollen. Unsere Pläne waren doch so vielversprechend und hoffnungsvoll und völlig anders, als es nun eingetreten ist. Schnell ist man dabei, das Leben, das Schicksal, eine höhere Macht oder auch „die da oben“ zu verfluchen, besonders wenn es um finanzielle Dinge geht. Während an diesem Punkt eine gesunde Selbstreflexion von Nöten wäre, jammern die meisten von uns als gäbe es keinen Morgen, anstatt selbst die Ärmel hoch zu krempeln und einfach zu beginnen, Ordnung in sein Leben zu bringen.

Für mich kam dieser Wendepunkt, als ich dachte, die aufregendste Zeit meines Erwachsenenlebens beginnt.

Ich hatte mein nebenberufliches Studium beendet, einen neuen Job in meiner Wunschheimat ergattert, ein höheres Gehalt als je zuvor und dann ohne große Initiative eine schöne Wohnung bekommen, in die ich gerade eingezogen bin. Meine Angelegenheiten in der Heimat waren geregelt und für mich sollte nun einfach eine neue und aufregende Zeit beginnen.

Doch obwohl ich plötzlich mehr Geld verdiente und statt mit dem Auto viel bequemer und günstiger die Öffentlichen Verkehrsmittel nutzen konnte, war der Monat am Ende des Geldes doch noch erschreckend lang. Lebte vorher meine Familie in der Nähe, bei der ich mich durchfuttern konnte, war ich nun das erste Mal in meinem Leben völlig allein auf mich gestellt.

Es war für mich unverständlich, weshalb von meinem Gehalt, was doch so viel höher war als vorher, einfach nichts übrigblieb.

Ich hatte in meinem Leben viele Vorbilder in Bezug auf Geld. Ein kleiner Teil war, nennen wir es suboptimal, die anderen hatten ein sehr gutes Verhältnis zu Geld und hatten immer mehr als Genug in Reserve.  Das Thema Vorbilder und Lebensbegleiter ist in diesem Zusammenhang immens wichtig, darum werde ich hierauf noch das Ein oder andere Mal zurückkommen.

Jedenfalls fragte ich mich, was ich falsch mache, und nicht so bin wie die „guten“ Vorbilder in meinem Leben.

Für mich stand fest, dass sich das nun ändern muss. Ich wollte nicht jeden Euro dreimal umdrehen und immer am Monatsende zurückstecken. Als ich mir dann noch von meiner Familie Geld leihen musste um eine sehr hohe Autoreparatur zu bezahlen, reichte es endgültig.

An diesem Punkt kam dann die Erkenntnis, dass ich vielleicht doch zu viel Geld in Konsumgüter, oder wie in meinem Lieblingsfall, Schuhe „investiere“.

Erste Anhaltspunkte waren dezente Hinweise meiner Freundin, als wir nach meinem Umzug die weit über achtzig Umzugskisten auspackten. Da ich mich wohntechnisch verkleinert hatte, stand ich plötzlich vor dem Problem, kein Platz für alle meine Sachen zu finden. So wurde jeder einzelne Gegenstand sorgfältig auf den Nutzen hin untersucht. Die Bilanz war ernüchternd, denn der Inhalt meiner Umzugskartons spielgelte nicht nur die Top 100 der Bestseller eines bekannten Onlinehändlers wieder, sondern auch der meiner Kontosalden.

Ich bin für Tipps und gut gemeinte Ratschläge anscheinend auf beiden Ohren taub. Denn ich hatte in der Vergangenheit schon viele solcher Ratschläge und Hinweise bekommen und ich war dennoch der Ansicht, dass ich gut sparen kann. Zumindest konnte ich es, denn diese Ersparnisse wurden während meines Studiums regelrecht verprasst. Vielleicht als eine Art der Selbstbelohnung.

An diesem Tag beschloss ich, mir nun Hilfe zu suchen und endlich wieder zu lernen, wie man spart. Ich steckte bis zum Hals in der Konsumfalle, aus der ich nun ausbrechen wollte. Onlineshopping, Coffee to go, tägliches Essen gehen und permanente Kinobesuche mussten ein Ende haben, wenn ich mich selbst überlisten will und mir meine Freiheit wieder zurückerobern möchte.

Heute sehe ich auf diesen Tag X zurück und freue mich über den Weg, den ich in der kurzen Zeit gegangen bin (mit Erfolg, versteht sich). Ich habe eine neue Leidenschaft gefunden, anderen Menschen dabei zu helfen, dieser Falle aus Konsum und Unterhaltungswahn zu entkommen und diese Tätigkeiten mit Vernunft und Weitsicht ins eigene Leben zu integrieren. Ihr braucht keine Angst haben, dass all die lieb gewonnenen Dinge gestrichen sind. Aber ich möchte Euch eine Hilfestellung geben und Euer „Finanzbuddy“ sein, der Euch unterstützt und mit Rat und Tat zur Seite steht.

Ihr werdet auf diesen Seiten viel über mich erfahren und auch, wie ich es geschafft habe vom „Shoppingmonster“ zur „Sparqueen“ und Investorin wurde.

Bis bald auf einen gemeinsamen Weg in eine finanzielle Unabhängigkeit.

Eure Christine